Der Dackel

Vor nicht allzu langer Zeit geisterten in Deutschland Zeitungsberichte herum, in denen darüber geklagt wurde, dass der Dackel kurz vor dem Aussterben steht. Vor allem in Bayern beklagte man sich darüber, dass kaum mehr Dackel auf der Straße zu sehen seien und kaum einer mehr einen Dackel zu halten scheint. Anscheinend haben sich die Menschen von diesen Zeitungsberichten aufwecken lassen, denn langsam kann man wieder erkennen, dass es doch mehr Dackel gibt, als angenommen. Der Dackel gehört in Bayern unweigerlich zum Klischee, wie der Senf zur Weißwurst. In anderen Regionen und im Ausland hört man gerne einmal Sprüche wie Wurst auf vier Beinen, wenn es um diese Hunderasse geht, in Bayern spricht man meist liebevoll vom Zamperl. Den typischen Bayer stellt sich manch einer vor, als dicken Lederhosen tragenden Trachtler, der im Biergarten sein Weißbier trinkt, dabei den Trachtenhut auf dem Kopf und neben ihm liegt der Dackel. Aber damit hat man oft auch gar nicht so Unrecht. Der Dackel gehört zu Bayern, wie die Marienkirche zur Landeshauptstadt. Selbst auf Wahlkampfplakaten eines ehemaligen Oberbürgermeisters war der Zamperl schon zu finden.

Den Dackel, gerne auch einmal als Fußhupe bezeichnet, gibt es in drei verschiedenen Ausführungen. Im Rassebuch findet man den Rauhaardackel, dann gibt es noch den Langhaar- und natürlich den Kurzhaardackel. Früher lautete die offizielle Bezeichnung für diese Hunde übrigens Teckel. Auch heute kann man sie häufig noch unter diesem Stichwort im Rasseverzeichnis finden. Den Dackel gibt es in mehreren verschiedenen Farben, ein richtiger Standard ist dabei nicht festgelegt. Er kann auch mehrfarbig sein oder aber gestromt. Auch in der Größe werden die Tiere noch einmal unterschieden. Es gibt den ganz normalen Teckel, den Zwergteckel und schließlich auch noch den Kaninchenteckel. Ein Normaler Dackel kann dabei ein Gewicht von etwa drei bis zehn Kilo erreichen und einem Brustumfang von über 35 Zentimeter, der Zwergdackel sollte einen Brustumfang von etwa 30 bis 35 Zentimeter haben und zu den Kaninchendackeln gehört alles, was weniger als 30 Zentimeter Brustumfang hat.

Der Dackel ist allgemein hin als Jagdhund bekannt und wurde auch als solcher extra gezüchtet. Er wurde und wird auch immer noch eingesetzt als Baujäger, das heißt, er soll zum Beispiel Füchse und Dachse aufspüren. Durch seine kurzen Beine und den, im Vergleich zu anderen Hunden, geringen Brustumfang, kann ein Dackel leicht in einen Dachsbau eindringen und den Dachs heraus jagen, so dass der Jäger ihn dann erwischen kann. Nicht selten hat man natürlich schon von Geschichten gehört, bei denen der Dackel zwar in den Bau hineingelangt ist, aber nicht mehr durch eigene Kraft heraus. Dann kann meist nur noch die Feuerwehr helfen, die dem Hund einen Gang graben muss, ohne dabei den Dachsbau zu zerstören. Außerdem kann man den Dackel auch sehr gut einsetzen, wenn es darum geht, krankes oder verletztes Wild aufzuspüren. Aufgrund der geringen Größe sind die Einsatzmöglichkeiten zwar gering, aber mit seiner Nase ist der Dackel trotzdem unschlagbar. Auch bei Drückjagden, bei denen es darum geht, flüchtendes Wild zu jagen, kann der Dackel eine große Hilfe sein.

Die sprichwörtliche Sturheit, die man dem Dackel nachsagt, wird jeder Dackelbesitzer ohne Umschweife zugeben. Trotzdem ist auch diese Rasse leicht erziehbar und lenkbar, wenn Herrchen alles richtig macht. Diese Hunderasse benötigt vor allem eine liebevolle Konsequenz, hat man sich als Herrchen einmal unglaubwürdig gemacht, tanzt einem ein Dackel leicht einmal auf der Nase herum. Deswegen ist es nie verkehrt, sich professionelle Hilfe bei der Erziehung eines Hundes zu holen. In einer Hundeschule oder bei einem Hundetrainer kann man unter Anleitung den richtigen Umgang mit seinem Dackel lernen und auch, wie man am Besten mit seinem doch sehr ausgeprägten Selbstbewusstsein umgehen kann. Auch wenn der Dackel keinen großen Bindungswillen an den Tag legt, kann auch ein richtiger Schmusehund aus ihm werden, der gerne einmal auf dem Schoß ein paar Streicheleinheiten genießt.




Heike Werner